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Pilotwale in der Mitternachtssonne

Theresa und Oliver sind einmal um die Welt gereist, unterwegs wollten sie möglichst viel über Wale und Walbeobachtung lernen. Zweite Station: Norwegen!

Text & Fotos: Oliver Dirr / whaletrips.org
 
Ein kleines Schlauchboot mitten auf dem Ozean, kurz vor Mitternacht, goldenes Licht, Hunderte von Pilotwalen – und mittendrin: wir! Eine magische Nacht in Norwegen.
 
 
Eigentlich waren wir wegen der Pottwale da. Die kann man vor der Küste von Andenes, Nordnorwegen, nämlich ganz hervorragend beobachten. Nachdem wir uns nachmittags im Walmuseum allerdings mal so eine maßstabsgetreue Pottwal-Attrappe aus allernächster Nähe angeschaut hatten, war ich dann doch etwas angespannt. Ziemlich groß, so ein Pottwal. Mit ziemlich großen Zähnen. Das größte Raubtier der Welt. Die Aussicht, später mit einem kleinen Schlauchboot über einen kilometertiefen Unterwasser-Canyon zu fahren, in dem riesige Pottwale nach riesigen Kraken jagen, hat mich durchaus ein bisschen nervös gemacht. 
 
Und so war ich dann schon ein bisschen erleichtert, als unser Guide bei der Begrüßung total aufgeregt und vorfreudig meinte, es wären Pilotwale gesichtet worden, eine große Gruppe, und wir sollten uns jetzt daher bitte wirklich sehr beeilen, wir würden nämlich so schnell es geht losfahren und schauen, ob wir ihnen begegnen, denn eine Begegnung mit Pilotwalen wäre grundsätzlich immer eine total phantastische und aufregende Sache. Wir also los!
 
 
Das Tolle an Nordnorwegen im Sommer: Es ist die ganze Zeit hell. Mitternachtssonne! 24 Stunden Tageslicht! Sonnenunter- und -aufgang immer in einem! Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten in der Tagesplanung. Man kann zum Beispiel ohne Probleme auch abends um elf noch zu einer Walbeobachtungstour aufbrechen. Und so magisch das Polarlicht hier im Winter ist, so magisch ist dieses warme, weiche und immerwährende Licht hier im Sommer. 
 
Also rein ins Schlauchboot und raus aufs Meer. Nach einer guten Stunde dann weit entfernt am Horizont: kleine schwarze Punkte. Finnen und Fluken. Erst nur ein paar, dann ein paar mehr, dann viel mehr, dann viel viel mehr, Pilotwale, ohne Frage, jetzt wirklich überall am Horizont: Pilotwale! 
 
Pilotwale sind auch als Grindwale bekannt, sie sind relativ klein, nur zwischen vier und sechs Meter lang, ein bisschen größer als Delfine, allerdings tief schwarz, mit einem kleinen weißen Fleck am Kinn. Ein bisschen wie Mini-Orcas. 
 
 
Großen Gruppen kleiner Wale zu begegnen, ist immer ein bisschen anders, als kleine Gruppen großer Wale zu treffen: Lange Zeit sieht man gar nichts. Nirgendwo. Man ist die ganze Zeit am Suchen. Dann, ganz plötzlich, sobald man den ersten irgendwo am Horizont entdeckt hat: sieht man gleich auch schon den zweiten. Den dritten. Den zehnten. Es geht dann wirklich Schlag auf Schlag. Überall plötzlich Wale, und man fragt sich, wie man so eine große Gruppe vorher nur übersehen konnte. 
 
Wir haben dann den Motor ausgemacht und einfach gewartet, die Pilotwale kamen direkt auf uns zu. Ein kleines Schlauchboot, mitten auf dem Ozean, kurz vor Mitternacht, goldenes Licht, nicht der Hauch eines Windes, Hunderte von Pilotwalen – und mittendrin: wir. Eine vollkommen surreale Nacht.
 
 
Dass man einen besonders schönen Moment erwischt hat, merkt man auch immer daran, wenn selbst der Guide total ergriffen und begeistert ist. Als wir ihn nach der Tour im Überschwang fragten, ob er überhaupt schon mal solch phantastische Konditionen erlebt habe wie heute, sagte er: »Ja. Das ist allerdings bestimmt schon sechs Wochen her.« Whale-Watching-Guide in Nordnorwegen: kein so schlechter Job.
 
***
 
Unser Besuch in Andenes war Teil einer längeren Reise durch Norwegen: von Bergen über die Lofoten und Vesterålen bis hoch nach Spitzbergen. Den kompletten Reisebericht mit vielen weiteren Fotos und Videos gibt es hier: Nordwärts – eine Sommer-Walreise
 
 

ÜBER UNS & WHALETRIPS.ORG

Der Plan war, mal ein paar Monate lang Wale anzuschauen und dabei so lange nach Westen zu fliegen, bis wir wieder zuhause sind. Passend zu unserer Walreise haben wir mit whaletrips.org eine Webseite über die besten Walbeobachtungs-Orte der Welt gestartet. Von den einzelnen Etappen unserer Reise werden wir in den kommenden Monaten auch hier auf whales.org berichten.