Skip to content
All articles
  • All articles
  • About whales & dolphins
  • Create healthy seas
  • End captivity
  • Green Whale
  • Prevent deaths in nets
  • Scottish Dolphin Centre
  • Stop whaling
WDC team at UN Ocean conference

Give the ocean a chance – our message from the UN Ocean Conference

I'm looking out over the River Tejo in Lisbon, Portugal, reflecting on the astounding resilience...
We need whale poo ? WDC NA

Whales are our climate allies – meet the scientists busy proving it

At Whale and Dolphin Conservation, we're working hard to bring whales and the ocean into...
Humpback whale underwater

Climate giants – how whales can help save the world

We know that whales, dolphins and porpoises are amazing beings with complex social and family...
Black Sea common dolphins © Elena Gladilina

The dolphin and porpoise casualties of the war in Ukraine

Rare, threatened subspecies of dolphins and porpoises live in the Black Sea along Ukraine's coast....
Minke whale © Ursula Tscherter - ORES

The whale trappers are back with their cruel experiment

Anyone walking past my window might have heard my groan of disbelief at the news...
Boto © Fernando Trujillo

Meet the legendary pink river dolphins

Botos don't look or live like other dolphins. Flamingo-pink all over with super-skinny snouts and...
Risso's dolphin entangled in fishing line and plastic bags - Andrew Sutton

The ocean is awash with plastic – can we ever clean it up?

You've seen pictures of plastic litter accumulating on beaches or marine wildlife swimming through floating...
Fin whale

Is this the beginning of the end for whaling off Iceland?

I'm feeling cautiously optimistic after Iceland's Fisheries Minister Svandís Svavarsdóttir wrote that there is little...

Ein trauriger Glücksfall

Vor einigen Tagen stand ich an einem windigen Strand im Nordwesten Islands, vor mir ein totes Orca-Weibchen. Sie war etwas mehr als 5 Meter lang, ihre Rückenflosse ca. 62 cm hoch und wurde später von Wissenschaftlern als IS223 identifiziert. Ich hatte bereits das große Glück, Schwertwale in aller Welt zu beobachten, aber so nah war ich einem dieser prächtigen Meeressäuger noch nie. Es war eine sehr bewegende Erfahrung, mit ein paar Freunden an diesem Strand zu stehen und dieser Matriarchin unseren Respekt zu zollen.

Tote Schwertwale werden normalerweise nicht an den Strand gespült, sie verenden direkt auf dem Meer und versinken in der Tiefe. Daher ist jeder gestrandete Orca sehr wertvoll für die Wissenschaft. Kollegen vor Ort nahmen Proben, z. B. von der dicken Speckschicht, und schickten diese direkt zur Analyse ins Institut für Meeresforschung (Marine Research Institute) in Reykjavik.

Was wissen wir über das Leben von IS223? Seit ein paar Jahren überwintern Heringe in dieser Gegend und seither war auch IS223 eine regelmäßige Besucherin des Fjordsystems, vor allem Kolgrafafjörður, Grundarfjörður und Breiðafjörður. Filipa Samarra, Sara Tavares und das Team vom Icelandic Orca Project konnten sie und ihre Familiengruppe einige Winter lang dort beobachten. 

Wir wissen nicht, wie alt das Orca-Weibchen war oder woran sie starb. Erste Untersuchungen lassen jedoch vermuten, dass sie aufgrund hohen Alters eines natürlichen Todes gestorben sein könnte, denn ihre Zähne waren sehr abgenutzt und sie hatte keine sichtbaren Wunden. Zahnabnutzung ist ein Merkmal dieses Schwertwal-Ökotyps (bekannt als North Atlantic Type 1), der sich vermutlich vor allem von Heringen und evtl. Seehunden ernährt. Der andere Ökotyp (North Atlantic Type 2) ernährt sich vermutlich ausschließlich von anderen Meeressäugern. Das isländische Wort für gestrandeter Wal, „hvalreki“, bedeutet auch „Glücksfall“ oder „Geldregen“, und stammt aus der Zeit, in der ein gestrandeter Wal für die lokale Bevölkerung Nahrung und Material für z. B. Kleidung für mehrere Monate bedeutete. Vielleicht ist der Tod von IS223 wenigstens für die Wissenschaft ein „Glücksfall“, denn Zähne und Gewebeproben stellen nicht nur wertvolle Informationen über den Gesundheitszustand von IS223 zur Verfügung, sondern Analysen der Schadstoffe in ihrem Körper geben auch Aufschluss über den Zustand des Ozeans, in dem das Orca-Weibchen lebte. Ihr Tod ist also nicht umsonst, denn diese Informationen sind wichtige Puzzle-Teile, mit denen Wissenschaftler das Leben dieser faszinierenden Meeressäuger weiter erforschen können. 

Danke an Marie Marie Mrusczok, Alexa Kershaw, Cathy Harlow, Gísli Ólafsson, Baldur Thorvaldsson, Filipa Samarra, Sara Tavares, Láki Tours und natürlich IS223, die diesen Blogeintrag möglich gemacht haben.

Wenn Ergebnisse der Untersuchungen vorhanden sind, werde ich darüber hier berichten.